Analabszess: Ursachen, Symptome & Behandlung
Verfasst vonDr. Kienbacher, fachlich geprüft vonDr. Barrientos
Was ist ein Analabszess oder Perianalabszess? Ursachen, Symptome und Behandlung
Ein Analabszess ist eine schmerzhafte Infektion in der Nähe des Anus (After). Er wird auch als Perianalabszess oder Periproktitischer Abszess bezeichnet, da er sich um den After befinden kann. Er tritt auf, wenn sich Bakterien im Gewebe um den Anus ansammeln und eine Infektion verursachen. Diese Infektion kapselt sich ab und bildet eine Schwellung, in der sich im Inneren immer mehr Eiter ansammelt und weiter anschwillt. Dann wird der Abszess spürbar, überwärmt und/oder wird schmerzhaft.
Bei bestehenden Symptomen immer abklären lassen
Diese Erkrankung kann schwerwiegend sein, wenn die Keime durch die Infektion in den Blutstrom gelangen und zusätzlich Fieber und Schüttelfrost auftreten.
Viele Betroffene versuchen zuerst Salben oder Ähnliches. Der Abszess erfordert allerdings oft eine sofortige medizinische Behandlung durch eine Operation (OP).
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um Komplikationen zu vermeiden, eine vollständige Genesung zu unterstützen und Rezidive zu verhindern. Betroffene sollten bei Auftreten von Symptomen einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen, um eine angemessene Behandlung zu erhalten.[1] [2] [3]
Welche Ursachen führen zu einem Analabszess?
Analabszesse entstehen in der Regel durch die Ansammlung von Bakterien im Analbereich. Dies kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden wie:
- eine Analfistel,
- Verstopfung,
- Darmkrankheiten oder
- sexuell übertragbare Infektionen.
Umgekehrt kann ein Analabszess selbst eine Ursache für eine Analfistel sein. So entleert sich ein länger bestehender Abszess oder speziell gelegener (z. B. Intersphinktärabszess oder pelvirektale Abszesse) sozusagen von selbst. Darauf sollte man allerdings nicht warten. Ca. 2 % aller Menschen leiden im Laufe ihres Lebens an einem Analabszess oder einer Analfistel. Die meisten Betroffenen sind zwischen 20 und 50 Jahre alt, Männer sind 2- bis 3-mal häufiger betroffen als Frauen.[2]
Wie wird diagnostiziert?
Eine exakte Diagnostik vor und nach der Behandlung/OP sind unverzichtbar.
- Die Diagnose eines Analabszesses erfolgt durch die Begutachtung/Inspektion und eine körperliche Untersuchung des betroffenen Bereichs durch einen Arzt.
- Weitere Untersuchungen können mit Ultraschall, MRT oder CT durchgeführt werden. Mittels dieser bildgebenden Verfahren kann eine Analfistel oder eine andere zugrunde liegende Ursache festgestellt werden.
- In manchen Fällen macht eine Endosonographie Sinn, um genauere Bilder der Situation zu erhalten.
Wie erfolgt die Behandlung?
Ein Analabszess stellt üblicherweise eine dringliche Operationsindikation als korrekte Behandlung dar. Er sollte in der Behandlung immer ärztlich begleitet werden.
- Eine alleinige Behandlung mit Salben ist häufig nicht ausreichend. Wird rechtzeitig in einem sehr frühen Stadium reagiert, kann in manchen Fällen mit speziellen Salben behandelt werden, um den Körper bei der Selbstheilung zu unterstützen.
- Eine alleinige Behandlung mit Antibiotika reicht häufig nicht aus, kann aber zu Beginn versucht werden.
- Die chirurgische Behandlung eines Analabszesses erfordert in der Regel das Aufschneiden (Inzision) des Abszesses und das Ableiten der Körperflüssigkeiten (Drainage) im Rahmen einer OP. So wird Eiter und infiziertes Gewebebeseitigt.
- Nach der OP kann eine zusätzliche Behandlung mit Antibiotika erforderlich sein, um die Infektion zu bekämpfen, insbesondere wenn Fieber und Schüttelfrost auftreten (Sepsis).
Die zusätzliche Behandlung mit lokalen Pflegesalben, die auch entzündungshemmend wirken und einen möglichen Juckreiz lindern, kann sich vorteilhaft auf Symptome, Beschwerden und Genesungsprozess auswirken. [1] [2] [3]
Quellen
- 1. Ommer A, Herold A, Berg E et al. (2016): S3-Leitlinie Analabszess, 2. revidierte Fassung. AWMF-Registriernummer: 088/005
- 2. Messmann H (Hrsg.): Klinische Gastroenterologie, 2. vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart, Thieme, 2021. doi:10.1055/b-006-160392
- 3. Ommer A, Herold A, Berg E et al. (2017): S3-Leitlinie: Kryptoglanduläre Analfisteln. coloproctology 39(1):16‒66. doi:10.1007/s00053-016-0110-7
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